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DIE PFARRKIRCHE ST. PETER (UND PAUL) IN RIEDEN

Mit Tiemo von Rieden wird der Ort um das Jahr 1130 erstmals in einer Urkunde des 
Klosters Au a. Inn genannt. Durch die früh erfolgte Belehnung der Frauenberger von 
Haag mit dem nördlich des Ortes aufragenden Hohenburg ist Rieden zunächst Filialkirche 
von Kirchdorf b. Haag. Ende des 14. Jahrhunderts scheint Rieden Pfarrei geworden zu 
sein, da zwischen 1380 und 1390 ein "Pfarrer Konrad von Rieden" in Urkunden erscheint. 
Das Präsentationsrecht (Besetzung der Pfarrstelle mit einem neuen Geistlichen) verblieb 
bei den Grafen von Haag bzw. deren Rechtsnachfolgern. Noch 1711 musste der Riedener 
Pfarrer mit den übrigen Geistlichen der Grafschaft Haag in Kirchdorf das Seelengedenken 
für die verstorbenen Haager Grafen halten und 40 kr. Wachsgilt abliefern.
Der im Kern spätgotische Bau wurde 1846 und 1880/81 im Stil der Neugotik umgebaut und 
nach Westen verlängert (der letzte Anbau erfolgte 1913). Der Raum präsentiert sich als 
lang gestreckter Saalbau mit eingezogenem Chor, der einen Dreiseitschluss hat. Der 
weithin sichtbare Turm (Höhe 48 m) steht im Süden und erhielt seinen Spitzhelm erst 
1852-54 (bis dahin Satteldach). Während das Langhaus nur neugotische Rippengewölbe 
aufweist, die auf abgefasten Wandpfeilern aufsitzen, die 1,60 m in den Raum hineinragen 
und dadurch Seitenkapellen bilden, haben sich im Erdgeschoss des Turmes und in der 
angrenzenden Sakristei noch die spätgotischen Kreuzrippengewölbe erhalten.
Im 18. Jahrhundert fanden durchgreifende Veränderungen statt. 1721 übernahm Rieden 
die wegen Neuanschaffungen überflüssig gewordenen Seitenaltäre samt Kanzel von 
Kirchreit, während es seine Ausstattung nach Zell abgab. An besonderer Innenausstattung 
werden in den Kirchenrechnungen ein "Christus in der Rast", Fastenbilder vom 
Wasserburger Maler Niklas Bernhard, ein "Englischer Gruß", eine Petrus- und Maria 
Magdalena-Figur und ein Sebastiansaltar genannt. 1769 erfolgten große Baureparaturen, 
wobei der Wessobrunner Stukkateur Joh. Michael Spörer Aufträge erhält und 1770 den 
"vermoderten Choraltar" in Stuckausstattung erneuert. Leider ist von dieser Einrichtung 
des Spätrokoko nichts mehr vorhanden.
Die jetzige Innenausstattung (Altäre, Kanzel, Einzelfiguren in den Seitennischen, 
Kreuzweg, Taufsteindeckel) ist weitgehend neugotisch. Der Hochaltar wurde erst 1997 von 
Oberneukirchen, Ldkr. Mühldorf, erworben und stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. Laut 
Unterschrift unter der Originalzeichnung (vgl. Abb.) wurde er im Juli 1889 von 
M. Riesenhuber in München entworfen. Im Auszug stehen die Hl. Margarethe, etwas unterhalb 
von ihr die Heiligen Benno und Korbinian, Patrone der Erzdiözese. Das Mittelbild zeigt 
eine thronende, von Engeln flankierte Madonna, unter welcher der Hl. Augustinus 
(evtl. Zusammenhang zwischen Oberneukirchen und dem Augustiner-Chorherrenstift Baumburg) 
und die Hl. Rita knien. Sie soll nach der Regel des Hl. Augustinus gelebt haben. 
Die seitlichen Assistenzfiguren sind der Hl. Sebastian links und der Hl. Florian rechts. 
An den Chorwänden stehen die barocken Figuren der Pfarrpatrone Petrus (re.) und 
Paulus (li). Reste einer Wandmalerei haben sich an der Nordwand im ersten Joch des 
Altarraumes erhalten.
Der rechte Seitenaltar zeigt im Mittelbild den Hl. Sebastian, dem auf der linken Seite 
der Hl. Korbinian und auf der rechten der Hl. Fabian beigegeben ist. Der linke Seitenalter 
enthält ein neugotisches Marienbild, dem (li.) die Figur der Hl. Anna und (re.) der 
Hl. Elisabeth beigesellt sind. An älteren Ausstattungsstücken besitzt die Kirche noch 
12 Apostelmedaillons, Öl auf Leinwand, aus der Zeit um 1700. Das einstige Triumphbogenkreuz 
aus dem 16. Jahrhundert hängt jetzt in der zweiten südlichen "Seitenkapelle".
Während die neugotische Ausstattung nicht von jedermann als besonders kunstvoll angesehen 
wird, verdienen einige Grabsteine von Pfleg- und Kastenamtsverwaltern in Hohenburg 
Aufmerksamkeit. Manche Amtsträger haben in der Kirche am Fuße ihres Wirkungsortes ihre 
letzte Ruhestätte gefunden. Die Epitaphe dürften von Wasserburger Steinmetzen geschaffen 
worden sein und reichen vom 16. bis zum späten 18. Jahrhundert.
In die Wand rechts der Eingangstüre ist der Rotmarmorgrabstein der Frau Agnes von 
Fraunperg, gest. 1. Sept. 1543, eingelassen, der die Verstorbene und drei ihrer Kinder 
in Flachreliefs sowie die Familienwappen zeigt Die Verstorbene hält eine Pater-Noster-Schnur 
aus Beinringelchen in den Händen.
Links der Eingangstür ist der Grabstein des Pflegers Oswald Demi von Demling eingemauert: 
"Hie ligt Begraben der Edl / und Vesst Oswald Demi / von Demling Ftl. Bischöff/ licher 
Regenpurgerischer / gewesster Rath und Pfleger / zu Hochenburg, so gestorben / den 
20 Juny Ao 1616 dem / Gott genad Amen "  Darunter ziert das Wappen des Verstorbenen die 
Rotmarmorplatte.
Hinter dem Gitter sind vier weitere Grabsteine in die Wände eingelassen:
Beim südlichen Portal befindet sich links das Epitaph aus rotem Marmor des Kastners und 
Lehenspropstes Huhnhauser, seiner Gattin und Schwiegertochter vom Ende des 18. Jahrhunderts 
mit einem dreigliedrigen, schwülstigen Text. Die Nordwand der Kirche birgt den Grabstein 
des Kastners Veit Perckhamer, gest. am 3. März 1650, der 1644 die Kirche zu St. Koloman 
hatte erbauen lassen. Auch er war Fürstbischöflich Regensburgischer Pfleg-, Kasten- und 
Lehensverwalter von Hohenburg.: "Hie Ligt Begraben der Edl und / Vest HerrVeith Perckhamer / 
Frtl. Bischoffl. Regenspurgl. / gewester Pfleg: Gasten und Lechen / Verwalter zu Hochenburg so / 
Gestorben den 3. Marty 1650 / deme Gott genedig sein welle. Amen".
Im Chorraum auf der linken Seite ist ein Rotmarmorstein dem vornehmen und gnädigen Herrn 
Johann Michael Joseph Grill gewidmet, der 16 Jahre Praefectus in Hohenburg war und am 
13. März 1756 im Alter von nur 38 Jahren gestorben ist. Schließlich erinnert noch eine 
Grabplatte aus grauem Marmor an den Administrator (=Verwalter) von Hohenburg, Herrn Wilhelm 
Achatius Ollerstorfer, gestorben am 31.Januar 1723.
Auch der um die Kirche angelegte Friedhof enthält zwei historische Grabsteine, die in die 
nördliche Außenmauer eingesetzt sind. Sie weisen auf Geistliche hin, die hier gewirkt 
haben und vermutlich der Weltpriestergemeinschaft der Bartholomäer angehört hatten: 
Johann Felix Gaigl, gestorben mit 25 Jahren am 3. Juni 1743, stammte aus der Wasserburger 
Bierbrauersfamilie Gaigl (Rotmarmorplatte).
"Wanderer, bleib stehen, lies und trauere! Hier liegt der hochehrwürdige und hochgelehrte 
Herr Anton Rott, Mitglied der Weltpriestergemeinschaft, seines Alters 61, Pfarrer 34 Jahre 
lang, zog er sich freiwillig zurück, ein wahrhaft guter Hirt und Vater der Armen. Er starb 
am 8. Oktober 1766 unter lautem Klagen des Volks. Er ruhe in Frieden!", lautet der Text 
der anderen Platte aus Kalkstein.
Der an die Kirche bzw. den Friedhof angrenzende Pfarrhof mit Wasch- und Backhaus (jetzt 
zum Leichenhaus umgebaut) wurde erst 1840 erbaut, während das südlich gelegene Ökonomiegebäude 
älter ist. 9 Tagwerk Äcker, 56 Dezimal Wiesen sowie ein Wald gehörten in der Mitte des 
19. Jahrhunderts zum Pfarrhof.
Der Rückweg nach Wasserburg verläuft auf dem "Riedener Weg". 1846 wird er erstmals im 
"Wochenblatt für das Landgericht Wasserburg" genannt und dabei bedauert, dass er lediglich 
als Fußweg und nicht als Fahrstraße ausgebaut wurde, um aus der Nachbargemeinde das 
Getreide leichter in die Wasserburger Schranne liefern zu können. Das schwierige Gelände 
und die hohen Kosten ließen den Ausbau scheitern. Immerhin reichte es zu einem Fußweg, der 
zunächst vom Bezirksamt (Vorläufer des Landratsamtes) unterhalten wurde. Häufige 
Hangrutsche und Unterspülungen durch Hochwasser erforderten immer mehr Unterhaltskosten, 
so dass das Bezirksamt die weitere Pflege einstellte. Damit verfiel und verwilderte der Weg. 
Erst als 1927 die Waldkapelle errichtet wurde (siehe dort), nahm sich der Wasserburger 
Geistliche Benefiziat Arnold neben der Betreuung des kleinen Heiligtums auch des Weges an. 
Mit Hilfe von Schülern und Freiwilligen beseitigte er immer wieder die auftretenden Schäden. 
Etwa 1955 übergab er den Weg der Obhut der Stadt, wobei auch hier stets Idealisten mit Pickel, 
Schaufel und Schubkarren als Wegebauer ausrückten.
Die Laurentius-Kirche von Zell
Der Weiler Zell birgt heute neben der St. Servatius-Kirche auf der Streichen bei Schleching 
und der Kirche von Urschalling bei Prien wohl die bedeutendsten Fresken der Früh- und 
Spätgotik in unserem Raum.
Den Schlüssel für eine Besichtigung erhält man im Hof der Familie Kirmaier.
Die Anfänge des Weilers Zell, dessen Name früher gerne von einer Mönchszelle abgeleitet wurde, 
verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Eine mögliche erste urkundliche Erwähnung findet 
sich 1113 in den Akten des Klosters Au a. Inn, wo ein "Chuon-radus de Cella" erscheint. Da 
es aber nur wenige Kilometer von Zell, Gde. Soyen, ein Zell, Gde. Albaching, gibt, ist es 
unsicher, welcher der beiden Orte gemeint ist. Alle weiter bis ins 9. Jahrhundert 
zurückreichenden Nennungen entbehren einer gesicherten Grundlage. Einzig das Patrozinium 
Laurentius könnte, gepaart mit einem Flussübergang zwischen Urfahrn, Gde. Soyen, und Rieden, 
Gde. Babensham (vgl. dort), und entsprechenden Funden, einen Hinweis auf ein höheres Alter 
liefern. Die neuesten Ortsnamensforschungen möchten "Zell" von einem .Wirtschaftshof', sei 
es unter weltlicher oder geistlicher Oberhoheit, ableiten. Wie dem auch sei, die kleine 
Ansiedlung zwischen Steilhang und Fluss muss im Hochmittelalter so bedeutend gewesen sein, 
dass man hier eine größere Kapelle errichtete.
Mit dem Bau dieser kleinen Kirche im späten 13. oder beginnenden 14. Jahrhundert erreichen 
wir kunstgeschichtlich belegbare Fakten. Sofern nicht durch Grabungen bei demnächst 
anstehenden Sanierungen ein Vorgängerbau gefunden wird, errichtete man damals ein kleines, 
einschiffiges Langhaus mit einem zentral ansetzenden, eingezogenem Rechteckchor. Altarraum 
und Langhaus dürften Flachdecken oder einen offenen Dachstuhl besessen haben.
Länge des Langhauses (ohne Vorhalle): ca. 11,7 m
Breite des Langhauses: ca. 8 m
Länge des Chores: ca. 3,70 m
Breite des Chores: ca. 6,20 m (jeweils Außenmaße).
Drei Bauphasen bestimmen die kunstgeschichtliche Bedeutung dieser Kirche: Die Spätromanik/
Frühgotik, die Spätgotik und das Barock.
Die spätromanischen/frühgotischen Zeugnisse
Der spätromanische/frühgotische Kirchenbau hatte (vielleicht mit Ausnahme der westlichen 
Vorhalle) bereits die gleiche Größe wie die heutige Kirche. Die kunsthistorisch   
bedeutendsten Belege aus dieser Phase sind für den Besucher leider unzugänglich und 
befinden sich über dem Gewölbe der Sakristei und des Chores. Unter dem Dach der später 
angebauten Sakristei ist das unverputzte Bruch- und Feldsteinmauerwerk bis zum Auflager 
des Dachstuhls ebenso erhalten wie zwei romanische Rundbogenfenster mit ihrer behauenen, 
abwechselnd aus hellen und dunkleren Steinen bestehenden Laibung und den Resten der 
eichenen Fensterstöcke.
Im Chor haben sich in den Zwickeln des später eingezogenen Gewölbes erstaunlich gute 
Reste der ursprünglichen Ausmalung, wohl aus der Erbauungszeit, erhalten. Ein breites 
Ornamentband (Abb. 6) schließt rundherum die Bemalung ab. An der Ostseite sind, unterbrochen 
durch das Gewölbe, noch links und rechts die Köpfe von drei bzw. vier Heiligen mit ihrem 
Nimbus vor einem hellen Hintergrund zu erkennen (Abb. 3, 4). Im Mittelpunkt stand einst 
sicher der Kirchenpatron Laurentius. Während auf der Südseite keine figürlichen 
Darstellungen mehr erhalten sind, zeigt die Nordseite das Oberteil einer Verkündigungsszene 
an Maria (Abb. 5). Die Locken und die Haltung der Heiligen weisen auf die Zeit um oder kurz 
nach 1300 als Entstehungsdatum hin. Die Fortsetzung dieser Malerei müsste sich 
verständlicherweise unter den jetzt zu sehenden Fresken des Chores befinden. Hinter 
dem linken Seitenaltar sind wenigstens noch einige Spuren dieser Ausmalung aus der 
Zeit der Spätromanik/ Frühgotik erkennbar. Eine Fotodokumentation dieses Zyklus hängt 
an der Sakristeiwand.
Der spätgotische Umbau
Wie aus der Jahreszahl und dem Meisterzeichen am Chorbogen ersichtlich ist, erfolgte 1487 
ein Umbau, der wesentliche Veränderungen mit sich brachte: 
• Die Zahl der Fenster im Langhaus wurde von (wohl) fünf auf zwei reduziert, diese sind 
jedoch breiter und höher.
• Statt der bisherigen Flachdecke bzw. des offenen Dachstuhls wird ein asymmetrisches 
Netzgewölbe im Langhaus und ein Kreuzgratgewölbe im Chor eingezogen. Voraussetzung dafür 
ist der Einbau von Wandpfeilern bzw. runden Diensten im Chor, auf denen das Gewölbe ruht.
• Eine Sakristei wird auf der Südseite angebaut. Das darüber befindliche Mauerwerk 
verschwindet unter dem Dach und wird daher nicht verputzt oder ausgebessert.
• Ein vielleicht vorhandener, freistehender Turm wird zugunsten eines auf der Westseite 
aufsitzenden Dachreiters aufgegeben.
• Die wesentlichste und durch das Gewölbe bedingte Veränderung besteht jedoch in einer 
neuen Ausmalung.
Ihre Spuren wurden erst 1958/59 anlässlich der letzten Renovierung wiederentdeckt und 
machten eine völlige Neugestaltung des Chorraumes und der Altäre nötig (vgl. Die barocke 
Ausstattung).
Als Baumeister dieser Umgestaltung im Stil der Spätgotik kommt wohl ein Meister der 
Wasserburger Bauhütte in Frage, die damals bis weit hinein nach Tirol gestalterisch 
gewirkt hat. Bestimmte Charakteristika wie die versetzt stehenden Wandpfeiler und die 
Größe und Form der Kragsteine für die Gewölberippen sind Belege für diese Annahme. Wohl 
auch für die Ausmalung kommt ein örtlicher Meister in Frage, zumal die nahe Stadt ein 
Zentrum spätgotischer Künstler war, wobei die Steinmetze und Bildhauer gleichzeitig 
auch als Maler tätig waren. Eingehendere Forschungen dürften in der nächsten Zeit noch 
viele Details dazu ans Tageslicht bringen.
Die spätgotische Ausmalung des Chores
Der rechteckige Chorraum hat eine marmorierte Sockelzone, die sich auch über den 
Chorbogen erstreckt, der zusätzlich mit roten und blauen Sternen in Kreisen versehen 
ist. Über dem Sockel erstreckt sich auf drei Seiten ein Bilderfries mit annähernd 
quadratischen Einzelszenen. Den verbleibenden Raum bis zum Gewölbe nimmt ein Zyklus 
von Apostelfiguren ein, der an der Stirnseite von einem Medaillon mit der Krönung 
Marions unterbrochen wird (Abb. 7). Der Einbau größerer Fenster im 19. Jahrhundert 
hat im Altarraum leider bei den beiden Bilderreihen zu Zerstörungen geführt.
Links der Krönungsszene sitzt der Apostel Johannes (Kelch), rechts der Apostel Petrus 
(Schlüssel) auf einer angedeuteten Steinbank. Der Zyklus wird auf der südlichen Chorwand 
fortgesetzt mit dem Hl. Andreas (Kreuz) und dem Hl. Bartholomäus (Messer), dazwischen 
fehlen wohl zwei Gestalten. Die nördliche Chorwand zeigt zwei Zweiergruppen von Aposteln, 
von denen nur einer auf Grund seines Attributes  bestimmbar ist: der Hl. Judas Thaddäus 
oder der Hl. Jakobus d.J. (Keule). Auch hier fehlt eine weitere Zweiergruppe zur 
Vervollständigung der Zwölferzahl. Die Fenster sind jedoch so geschickt platziert, dass 
das Fehlen einzelner Gestalten kaum auffällt.
Die untere Bildreihe, bestehend aus noch sieben fast quadratischen Szenen (zwei sind auf 
jeder Seite durch den Fenstereinbau zerstört), nimmt im Wesentlichen Bezug auf das Leben 
des Hl. Diakons Laurentius. Zumindest die Stirnseite enthält drei Szenen aus dem Martyrium 
des römischen Diakons:
Laurentius wird gegeißelt bzw. mit Haken zerfleischt, Laurentius wird auf heiße Platten 
gestellt und Laurentius wird auf einem glühenden Rost zu Tode gemartert. Die jeweils erste 
Szene der nördlichen und südlichen Chorwand stellt die Verbindung zum Hl. Stephanus dar, 
der ebenfalls als Diakon wirkte - allerdings in Jerusalem - und gerne mit Laurentius 
kombiniert wird. Zum einen blickt ein kniender Diakon mit gefalteten Händen zum Himmel 
(Szene aus der Apostelgeschichte bei der Steinigung des Stephanus), zum anderen wird ein 
Diakon in einen Sarkophag gelegt, in dem bereits ein anderer Hl. Diakon ruht. Der Legende 
nach soll der Leichnam des Stephanus nach Rom gebracht und im Grab des Laurentius beigesetzt 
worden sein, wobei Laurentius ehrerbietig zur Seite gerückt sei und dem älteren Diakon 
Platz gemacht habe. Wie bei der Apostelgruppe fehlen zwei Bilder, wohl eines aus dem Leben 
des Stephanus und eines aus dem gemeinsamen Wunderwirken von Stephanus und Laurentius. Zum 
Chorbogen hin schließen zwei Fresken den Zyklus ab, die aus dem Rahmen fallen und vielleicht 
Bezug zu den Stiftern des Umbaus oder der Ausmalung haben: Auf der Nordwand ist die 
Begegnung Mariens mit ihrer Base Elisabeth dargestellt, auf der Südwand der Hl. Pantaleon, 
einer der Vierzehn Nothelfer, dem die Hände mit einem Nagel auf dem Kopf befestigt worden 
waren (Abb. 8). Gerade dieser ausgefallene und einzeln selten abgebildete Heilige lässt 
wohl nur einen Bezug zum Stifter zu.
Schließlich sei noch auf die vier Gewölbefelder des Chores verwiesen, in welche die Symbole 
der Evangelisten mit Schriftbändern in Rundmedaillons auf gemustertem Hintergrund gemalt 
sind (Abb. 9). Kleinere Spuren der alten Ausmalung wie ein Apostelleuchter, ein 
Akanthusmotiv und Rötelinschriften können hier übergangen werden.
Die vollständige Ausmalung des Chorraumes macht wohl während der Spätgotik einen hohen 
Altaraufsatz in Form eines Kasten- oder Flügelaltares überflüssig, da er die bildlichen 
Darstellungen völlig verdeckt hätte.
Die barocke Innenausstattung
Die Barockzeit brachte keine wesentlichen baulichen Veränderungen, wohl aber eine 
Erneuerung der Innenausstattung und damit verbunden vermutlich die Übertünchung der 
Fresken. Der Turm erhielt in dieser Zeit eine Zwiebelkuppel, die auf Skizzen aus der 
Mitte des 19. Jahrhunderts noch zu sehen ist und 1869 durch ein neugotisches Türmchen 
ersetzt wurde.
In einer Pfarrbeschreibung von 1585 werden drei Altäre für Zell aufgeführt, wobei einer 
dem Hl. Laurentius, einer dem Hl. Thomas und einer dem Hl. Menrad - einem weithin 
unbekannten Heiligen geweiht war. Die Diözesanbeschreibung von 1884 erwähnt, dass 
dieser Menrad-Altar schon seit etwa 200 Jahren nicht mehr existiere. Dieser Verlust 
könnte in die Jahre 1721/22 verlegt werden, in denen durch einen Ringtausch innerhalb 
der Pfarrei überflüssige Altäre und eine Kanzel aus der Kirche von Rieden hierher 
abgegeben wurden.
Um die Kanzel (s.u.) unterzubringen, musste der rechte Seitenaltar weichen. Sein 
weiteres Schicksal ist unbekannt. An der Stelle des Menrad-Altares bzw. der Kanzel 
befindet sich seit der Renovierung von 1958/59 der Hochaltar, um einen ungehinderten 
Blick auf die Fresken zu ermöglichen.
Der ehemalige Hochaltar (Abb. 10) aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts steht nun 
als rechter Seitenaltar auf einem neu aufgemauerten Altarblock, allerdings etwas 
schräg gestellt, da er sonst wegen seiner Größe über den Chorbogen ragen würde. Das 
Predellengemälde zeigt die Armen Seelen im Fegefeuer. Hauptfigur ist ein thronender 
Hl. Laurentius, flankiert von Engeln, seitlich stehen Johannes d. Täufer und Papst 
Silvester (oder Papst Sixtus II.), im Auszug der Hl. Sebastian. 1755 mussten die 
Assistenzfiguren vom Wasserburger Bildhauer Simon Thaddäus Hartmann erneuert und 
vom Maler Niklas Bernhard, ebenfalls aus Wasserburg, gefasst werden.
Der linke = nördliche Seitenaltar ist mit 1639 datiert und stellt wohl eine 
Wasserburger Kistlerarbeit dar (Abb. 11). Auch dieser Altar kam 1721/22 von Rieden 
hierher. Er enthält eine stehende Madonna mit Kind aus dem frühen 16. Jahrhundert, 
aber mit deutlichen Anklängen an die Spätgotik. Die Assistenzfiguren sind die Hl. Barbara 
und die Hl. Elisabeth. Nach einer anderen Kirchenrechnung seien jedoch die alten 
Seitenaltarfiguren des Hl. Josef mit Kind, des Hl. Joachim und Unserer lieben Frau von 
Kirchreit nach Zell abgegeben worden. Möglicherweise wurde der neue Altar in Zell aus 
verschiedenen Stücken von Rieden und Kirchreit zusammengebaut, wobei der Verbleib von 
Joachim und Josef unbekannt sind. Die Figur des Hl. Thomas dagegen im Sprenggiebel, 
die schon wegen ihrer Größe und ihrer anderen Machart nicht an diese Stelle passt, 
dürfte noch vom ursprünglichen, 1585 erwähnten, Thomasaltar stammen.
An die Stelle der ehemaligen Kanzel von Zell, die im Ringtausch 1721/22 nach St. Koloman 
kam, dort aber nicht mehr vorhanden ist, trat jene von Rieden. Der Wasserburger Bildhauer 
Jeremias Hartmann hatte sie 1624 geschaffen. Ecksäulchen, Einlegearbeiten und aufgelegte 
Flachornamente zieren den Korpus aus Eichenholz. Eine nahezu identische, aber signierte 
Kanzel Hartmanns steht im Stadt. Museum Wasserburg, so dass ein guter Vergleich möglich 
ist, denn seit einem halben Jahrhundert fristet die Kanzel von Zell ein kümmerliches Dasein. 
Durch die Verlagerung des Hochaltares funktionslos geworden, steht sie stark zerstört im 
hinteren Kirchenschiff, während der Schalldeckel in der Sakristei lagert.
Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert
1803 drohte im Zuge der Säkularisation ein Abriss der Kirche, der dadurch verhindert 
werden konnte, dass die beiden Bauern von Zell das Gotteshaus als private Andachtsstätte 
erwarben. Ein ähnliches Schicksal drohte der Kapelle 1938 wegen politischer Einflussnahme 
und angeblicher Baufälligkeit. Man machte den Abbruch unmöglich, indem nun das Bauwerk 
notariell auf die Pfarrgemeinde Rieden übertragen wurde.
1869 erfolgte der Ersatz des    Zwiebeltürmchens durch einen neugotischen Spitzturm, in 
dem noch zwei kleine Glocken mit ca. 90 bzw. 70 Pfund hängen, wobei die größere von 1700, 
die kleinere erst von 1880 stammen soll. Im Zuge der Regotisierung wurde auch eine 
vorhandene Empore zunächst verkürzt und 1958/59 gänzlich entfernt. Vermutlich vom 
Wasserburger Steinmetz Simon Geigenberger wurden die Maßwerkfenster der Kirche und 
auch die kleineren Fenster der Sakristei und Vorhalle erneuert.
Längst wäre eine Sanierung der Bausubstanz dringend erforderlich, da die Fundamente 
stark durchfeuchtet sind, Grünalgen auf dem abbröckelnden Mauerwerk wachsen und neben 
der Kanzel auch Ornamente und Fassungen der Altäre und Figuren Schäden aufweisen.

Mit freundlicher Genehmigung
Aus „Zu Wasser und zu Land“ – Eine kunst- und kulturgeschichtliche Wanderung zwischen Rieden und Wasserburg von Ferdinand Steffan – herausgegeben vom Fremdenverkehrsverein Wasserburg am Inn (2002)